Compliance Fehlanzeige? Wann lernt die Zeitarbeit endlich, wie der Ruf der Branche objektiv zu verbessern ist?


Immer wieder stellen Branchenvertreter fest, dass nach wie vor der Ruf der Zeitarbeit in der Öffentlichkeit schlecht ist. Reflexhaft ertönt dann  der Aufruf  „Wir müssen daran arbeiten das Branchenimage weiter zu verbessern“. Dann entstehen "Ehrenkodizes", Appelle, hohle Phrasen in Werbeaussagen oder Wettbewerbe um Nebensächlichkeiten. Wie die Vergangenheit zeigt, sind diese Ansätze nicht erfolgreich, weil die Appelle nicht fruchten und Aussagen nicht belegbar sind. Die faktische Wirklichkeit zeigt immer wieder das die Ursachen des schlechten Rufs über Jahre gleich geblieben sind.

 

Regelmäßige offizielle Berichte der Aufsichtsbehörden zeigen die Wirklichkeit.

 

Was ist die belegbare Realität? Die Berichte der Bundesagentur für Arbeit als Aufsichtsbehörde über Prüfungsergebnisse geben Antworten. Über 13.700 Firmen - das sind 2/3 aller Erlaubnisinhaber - haben in den letzten 7 Jahren gegen Gesetze und Tarifverträge verstoßen. Dabei ging  es meist um fehlerhafte  Berechnung von Krank-, Urlaubs- und Feiertagen, Nichtgewährung von Branchenzuschlägen, Nichteinhaltung allgemeinverbindlicher Tarifbedingungen und falsche Eingruppierung.

 

Wer wird geschädigt?

 

Bei diesen genannten Tatbeständen werden  die Beschäftigten um zustehendes  Entgelt  gebracht und den Sozialkassen nicht unerhebliche Beiträge vorenthalten. Bei Vorsatz nennt man das  Wirtschaftskriminalität. Softwareprogramme schaffen dabei den organisatorischen Rahmen für Manipulationen zu Lasten der Beschäftigten und Sozialkassen. 

 

Was ist das Hauptproblem der Branche?

 

Compliance - die korrekte Einhaltung von Gesetzen und Tarifverträgen - findet wenig Beachtung bei Personaldienstleistern. Da stellen sich sofort folgende Fragen:

  • Wollen  Unternehmen nichts ändern, da dann die Gewinne schrumpfen?
  • Wollen Unternehmen  zukünftig auf einem kriminellen Niveau arbeiten?

So lange Unternehmen und Verbände der Branche Compliance ausblenden, sich nicht von schwarzen Schafen distanziert, sondern sich mit diesen in Verbänden zusammen schließen, wird sich das Branchenimage nicht ändern.

Wer dagegen sich zu Compliance bekennt und das transparent durch externe Testate  belegen kann, setzt sich erfolgreich von schwarzen Schafen ab und erreicht ein positives Image.

 

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