Wenn Sicherheit nur vorgetäuscht wird

In der Zeitarbeit haften Verleiher und Entleiher gemeinsam für die korrekte Abführung von Sozialversicherungsbeiträgen. Beiträge für laufendes Arbeitsentgelt dann fällig, wenn der Anspruch des Beschäftigten (aus gesetzlichen und tariflichen Regelungen) auf das Arbeitsentgelt entsteht

 

Werden Mitarbeiter nicht korrekt entlohnt – werden Mitarbeiter und  Sozialkassen um Beiträge betrogen. Das ist strafrechtlich relevant.

 

Wen alle Firmen korrekt und seriös arbeiten würden, gäbe es keine Probleme. In den Jahren 2009 bis 2015 haben die Aufsichtsbehörden  bei 13.700 Prüfungen von Zeitarbeitsunternehmen Verstöße gegen Gesetz und Tarifregelungen festgestellt (siehe 12. AÜG Bericht zur Arbeitnehmerüberlassung http://ow.ly/ZCAKq sowie die aktuelle Information  aus 2/2016 http://ow.ly/ZCBab). 

 

Nun wird von einigen Dienstleistern suggeriert, dass man mit der Überwachung  von Unbedenklichkeitsbescheinigungen der Sozialversicherung Schutz vor materiellen und immateriellen Schäden bieten kann. Da bei der Sozialversicherung das Entstehungsprinzip und nicht das Zuflussprinzip gilt, wird Kunden der Zeitarbeit etwas vorgegaukelt. 

 

 

Hier einige Beispiele aus den Prüfungsergebnissen der Bundesagentur für Arbeit

 

 

  Berücksichtigung bei Unbedenklichkeits-bescheinigung Mithaftung des Kundenbetriebs
     
Zu niedrige Einstufung nicht der Qualifikation entsprechend nein ja
Niedrige Eingruppierung mit Einsatzzulage als „Ausgleich“ nein ja
Niedrige Eingruppierung, um geringeren Branchenzuschlag zu zahlen   ja
Falsche, zu niedrige Bezahlung an Feiertagen nein ja
Branchenzuschlag in den betroffenen Branchen nicht zahlen nein ja
Keinen korrekten Durchschnittslohn bei Krankheit zu zahlen nein ja
Keinen korrekten Durchschnittslohn beim Urlaub zu zahlen nein ja

 

Bescheinigungen der Krankenkassen sagen nicht aus, dass alle Beiträge korrekt abgeführt wurden, sondern  dass der angemeldete  Beitrag  auch bezahlt wurde. Eventuell werden rückständige Zahlung vermerkt.

 

Wer mit seriösen Personaldienstleistern arbeiten möchte, sollte mit den Firmen zusammenarbeiten, die eine Compliance- Zertifizierung besitzen. Ist das nicht der Fall, sollte  eine Compliance – Vereinbarung getroffen werden. Wer als Dienstleister nichts zu befürchten hat und Transparenz nicht scheut, der wird eine solche Vereinbarung mittragen. Bei Ablehnung sollten Sie sich überlegen, ob eine risikolose Zusammenarbeit sinnvoll ist. Bei der Gestaltung von Stichprobenüberprüfung sind wir Ihnen gerne behilflich.

 

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